Von einer hohen Impfbereitschaft profitiert nicht nur die geimpfte Person, sondern die gesamte Gemeinschaft.Impfungen bieten neben dem Individualschutz auch den sogenannten Herdenschutz.

Impfungen – Wirksamer Schutz vor Infektionserkrankungen

Viele ansteckende Erkrankungen haben ihren Schrecken verloren. Dies ist zweifellos ein Verdienst moderner Behandlungsmethoden und Medikamente sowie besserer Hygienebedingungen – aber auch gezielte Vorbeugemaßnahmen haben einen ganz erheblichen Anteil daran. Impfungen gehören zu den effektivsten Vorkehrungen zum Schutz der Gesundheit.

Eine erfolgreiche Impfung verhindert, dass eine bestimmte Infektionskrankheit bei der geimpften Person zum Ausbruch kommt. Doch nicht nur das: Impfungen tragen entscheidend dazu bei, eine weitere Ausbreitung der Krankheit unter der Bevölkerung einzudämmen. So würde u. a. die alljährlich gefürchtete Grippewelle deutlich schwächer ausfallen, wenn sich viele Menschen frühzeitig gegen die aktuellen Grippeviren impfen ließen. Im Idealfall kann es sogar mit Hilfe von breit angelegten Impfprogrammen gelingen, Erkrankungen regelrecht auszurotten. In Deutschland war dies z. B. bei der Kinderlähmung erfolgreich.

Das Prinzip der Impfung

Impfschutz beginnt in den ersten Lebensmonaten. Einige Impfungen müssen später in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden.

Dringen Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze in unseren Körper ein, so ist es Aufgabe des Immunsystems, diese unschädlich zu machen. Direkt nach der Infektion werden verschiedene Immunzellen aktiv und setzen eine Abwehrreaktion in Gang. Diese Reaktion ist zum Teil angeboren und richtet sich ganz unspezifisch gegen jede Art von Eindringling, zum Teil beruht sie auf einer spezifischen, dem jeweiligen Erreger angepassten Immunantwort.

Bei einer Impfung macht man sich den Mechanismus der spezifischen Immunreaktion zunutze, die auch als erworbene Immunantwort bezeichnet wird. Sie beruht darauf, dass unser Immunsystem in der Lage ist zu lernen: Immunzellen können einen Erreger anhand seiner charakteristischen Oberflächenstruktur erkennen. Beim ersten Kontakt werden ganz spezielle Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, produziert, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip genau zur Struktur des Erregers passen.

Der Arzt muss jede Impfung mit Datum und genauer Bezeichnung des Impfstoffes in das Impfbuch des Patienten eintragen. Die Daten dokumentieren den aktuellen Impfschutz und geben Aufschluss über den Zeitpunkt einer notwendigen Auffrischung.

Gleichzeitig bildet das Immunsystem Gedächtniszellen, die sich die Erkennungszeichen des Eindringlings merken. Wenn es später zu einem erneuten Kontakt mit diesem Erreger kommt, ist das Immunsystem bestens vorbereitet. Es kann blitzschnell die passenden Antikörper produzieren und die Infektion abwehren. Man sagt, der Körper hat eine Immunität gegen den Erreger aufgebaut. Genau das passiert auch im Rahmen der Impfung.

Der Impfstoff enthält üblicherweise abgetötete oder abgeschwächte Erreger, die keine ernsthafte Erkrankung auslösen können. Dennoch sorgen sie dafür, dass Antikörper und Gedächtniszellen produziert werden.

Bis der Körper nach einer Impfung ausreichend Antikörper gebildet und damit den gewünschten Infektionsschutz aufgebaut hat, dauert es mehrere Tage. Mitunter sind bis zur Grundimmunisierung mehrere Teilimpfungen notwendig. Wie lange der Schutz anschließend anhält, hängt vom Erregertyp ab. Bei einigen Impfungen sind die Antikörper noch Jahre später oder sogar ein Leben lang nachweisbar und wirksam, andere Impfungen müssen in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden.

In Deutschland gibt es keine Impfpflicht.

Es ist eine ganz persönliche Entscheidung, gegen welche Infektionskrankheiten man sich durch eine Impfung schützen möchte. Eltern entscheiden dies für ihre Kinder. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut, ein Gremium aus Experten und Expertinnen, gibt regelmäßig den Impfkalender mit aktuellen Empfehlungen zu Impfungen und Impfterminen heraus. Die von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen werden von den Krankenkassen bezahlt.

Impfstoffe

Die Aufbereitung und Zusammensetzung der Impfstoffe richtet sich danach, gegen welchen Erreger geimpft wird. Ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen Lebend- und Totimpfstoffen.

Passive Immunisierung

Neben der aktiven Impfung, bei der das Immunsystem selbst aktiv Antikörper bildet, besteht bei manchen Krankheiten die Möglichkeit einer sogenannten passiven Impfung. Hierbei werden dem Patienten aufgereinigte Antikörper gegen den Erreger gespritzt. Diese Antikörper stammen von Menschen oder Tieren, die geimpft wurden und entsprechend Antikörper gebildet haben, sie können auch gentechnisch hergestellt sein. Während eine aktive Impfung einen langfristigen Schutz sicherstellen kann, bietet eine solche passive Impfung kurzfristig, dafür aber einen sofortigen Schutz. Dies kann z. B. sinnvoll sein, wenn jemand bereits mit dem Krankheitserreger in Kontakt gekommen ist und ein Ausbruch der Erkrankung verhindert werden soll.

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