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Impfungen zur Eindämmung von Pandemien

Immer wieder kommt es dazu, dass sich bestimmte Krankheitserreger besonders schnell verbreiten und sich innerhalb kurzer Zeit viele Menschen anstecken und erkranken. Bleiben die Krankheitsfälle auf eine Region begrenzt, spricht man von einer Epidemie, kommt es zur weltweiten Erkrankungswelle, ist von einer Pandemie die Rede.

Corona-Pandemie© zest marina - stock.adobe.com

 Corona 2020 – 2021

Während der Pandemie bestimmen die aktuellen Infektionszahlen den Alltag. Eine wichtige Kennzahl zur Abschätzung der Entwicklung der Pandemie ist die 7-Tages-Inzidenz. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der letzten 7 Tage an.

 Wie Pandemien entstehen

In der Geschichte finden sich zahlreiche Beispiele für Epidemien und Pandemien: Im Mittelalter wütete die Pest, ausgelöst durch ein hochansteckendes Bakterium, das von Nagetieren auf den Menschen übertragen wird. Ein Influenzavirus (H1N1) löste die Spanische Grippe aus, die zwischen 1918 und 1920 viele Millionen Todesopfer forderte. Auch die Ausbreitung des HI-Virus seit Anfang der 1980er Jahre zählt dazu. Seit Beginn des Jahres 2020 macht der Erreger SARS-CoV-2 von sich reden.

SARS-CoV-2, der zur Familie der Coronaviren gehört, ist Auslöser der Krankheit Covid-19 (Abkürzung aus Englisch „coronavirus disease“ und 2019 als Jahr des erstmaligen Auftretens). Innerhalb weniger Monate hat sich SARS-CoV-2 über den gesamten Globus ausgebreitet. Am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO Covid-19 zur Pandemie. In der europäischen Region gab es zu diesem Zeitpunkt mehr als 20 000 bestätigte Fälle, davon knapp 1 000 mit tödlichem Ausgang. Ein Jahr später liegt die Zahl der weltweit bestätigten Krankheitsfälle bei über 115 Millionen, davon über 2,56 Millionen mit tödlichem Ausgang.

Nicht jeder Erregertyp hat das Potenzial, eine Pandemie auszulösen. Meist spielen mehrere Faktoren zusammen. Wenn sich z. B. ein Erreger stark verändert und ein neuer Subtyp entsteht, kann unser Immunsystem ihm zunächst nichts entgegensetzen. Das gilt auch für Erreger, die vom Tier auf den Menschen überspringen. Wie rasant sich die Krankheit dann ausbreitet, hängt vom Infektionsweg und der Infektionskette ab. Influenza- und Coronaviren verbreiten sich über Aerosole beim Sprechen oder Niesen und übertragen sich damit leicht von Mensch zu Mensch. Viele Kontakte und immer mehr globale Verbindungen, etwa über den Flugverkehr, begünstigen die Entwicklung einer Pandemie.

 Zoonosen

Manche Infektionskrankheiten können zwischen Tieren und Menschen übertragen werden. Diese bezeichnet man als Zoonosen. Erreger können z. B. Bakterien, Viren oder Parasiten sein. Viele der neu auftretenden Krankheiten und Pandemien sind Zoonosen, die von Wild- oder Nutztieren auf den Menschen übergesprungen sind. Dazu gehören z. B. Ebola, Aids, Vogelgrippe und Covid-19.

Der weiteren Ausbreitung lässt sich nur Einhalt gebieten, wenn viele Menschen ausreichenden Immunschutz aufgebaut haben – sei es, dass sie die Erkrankung durchgemacht haben und genesen sind oder dass sie eine Impfung erhalten haben.

 Impfung gegen Covid-19

In einer gewaltigen Kraftanstrengung ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, verschiedene Impfstoffe gegen Covid-19 zu entwickeln. Alle, die erfolgreich die strengen Zulassungsverfahren durchlaufen haben (siehe Kasten Sicherheit von Impfungen), stehen fortan für Impfungen zur Verfügung. Die Covid-19-Impfung wird von der STIKO ausdrücklich empfohlen – sowohl zum Schutz des Einzelnen aus auch zur Bekämpfung der Pandemie.

Impfstoffe-Covid19© Markus Mainka - stock.adobe.com

 Beschleunigte Zulassung

Normalerweise ist es ein langwieriger Weg, bis ein neuer Impfstoff die Zulassung erhält und auf den Markt kommt. Angesichts der Dringlichkeit ging es beim Impfstoff gegen Covid-19 so rasant, weil viele Prüfungen und Beurteilungen parallel abliefen. Die vorgeschriebenen Studienphasen und Prüfkriterien wurden alle eingehalten. Dafür mussten sowohl der Behandlungserfolg nachgewiesen als auch die Sicherheit für die Patienten gewährleistet sein.

 Das Problem der Mutationen

Als Mutationen bezeichnet man in der Medizin allgemein Veränderungen im Erbgut eines Organismus. Solche Mutationen können bei allen Krankheitserregern entstehen. Bei bestimmten Virustypen, z. B. Influenza- und Coronaviren, treten diese zufälligen Veränderungen besonders häufig auf. Problematisch wird dies nur dann, wenn die neuen Virusvarianten derartig vom ursprünglichen Virus abweichen, dass die durch eine Erkrankung oder Impfung erlernte Abwehrreaktion ausbleibt. Das ist auch der Grund, warum es z. B. keinen dauerhaften Schutz gegen Grippe gibt. Vielmehr gibt es jedes Jahr einen neuen Grippeimpfstoff, der der aktuellen Influenzavirus-Variante bestmöglich angepasst und gemäß den Empfehlungen der WHO zusammengesetzt ist. Bestimmte Bevölkerungsgruppen sollten sich daher jährlich gegen Grippe impfen lassen.

Wie es sich bei Covid-19 verhalten wird, ist noch unklar. Die derzeit verfügbaren Impfstoffe zeigen gegenüber den bislang aufgetretenen Mutationen ausreichende Wirksamkeit. Es gibt noch keine aussagekräftigen Daten, ob und ggf. in welchem Zeitabstand eine Auffrisch- und Neuimpfung gegen Covid-19 notwendig sein wird (Stand: März 2021).